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Artikel Gummigarn
Weitere Artikel Und dann war da noch die Sache mit dem Gummigarn.

Kein Märchen, sondern ein dehnbares Wunder.

Als ich vor vielen Jahren mit dem Fliegenbinden begann; gab es in meiner Stadt nur ein kleines Angelgeschäft.
Dieser Laden war nicht gerade eine Fundgrube für Fliegenbinder.
Das einzige Bindegarn, das ich bekommen konnte, war auf winzig kleinen Spulen gewickelt. Der Durchmesser des Garns war umso dicker. Die Stärkenbezeichnung habe ich vergessen, nicht jedoch, dass meine ersten Fliegen die ich fabrizierte, gelinde gesagt schlimm aussahen.
Besonders die Köpfe stachen aus dem Gesamtbild extrem hervor.
Dank der Dicke des Fadens hatte ich immer eine unwiderlegbare Ausrede für meine fliegenbinderische Misserfolge, wußte aber auch, daß es so nicht weiter gehen konnte.
Es mußte etwas anderes, Besseres oder besser gesagt, Dünneres her.
Ich probierte dies und das:Nähgarne verschiedener Stärken und fand dann zufällig in einem Handarbeitsgeschäft eine Spule mit einem Gummifaden, der gewöhnlich beim Stricken zur Herstellung von elastischen Bündchen verwendet wird.

Die Vorteile:
Dieser Faden ist ein dehnbares Wunder und ich stellte mir vor, wie er sich wohl beim Fliegenbinden verhalten würde.
Was soll ich sagen, seit ich ihn verwende können sich meine Fliegen sehen lassen, sogar die Köpfchen!
Die Einsatzmöglichkeiten sind enorm und ich ziehe ihn heute sogar in vielen Fällen dem Spider Web vor.
Warum ? Ganz einfach !
1)Der Gummifaden ist nach einer kurzen Eingewöhnungsphase wunderbar zu verarbeiten.
2)Die Stärke des Fadens ist variabel und richtet sich danach, wie stramm gebunden wird.
3)Fast jedes Material wird mit einer oder zwei Windungen stramm und unverrückbar auf dem Haken fixiert.
4)Das Dubbing haftet genauso gut wie auf einem normalen Faden, sogar mit der Schlaufentechnik kann gearbeitet werden.
5)Der Faden legt sich je nach Straffung beim wickeln flach auf den Haken und trägt kaum auf.
6)Da ich den Gummifaden nur in der Farbe weiß bekomme, färbe ich ihn beim Binden mit einem Edding in der Farbe meiner Wahl.
7)Selbst kleinste Kopfknoten können problemlos hergestellt werden, da nicht so viele Windungen gebraucht werden als mit herkömmlichen Fäden.
8)Der Faden ist selbst für sehr kleine Haken zu verwenden.
Ich binde meine Mücken auf einem sehr alten Mustad Haken der Größe 20(Art No:31135). Dieser Haken ist selbst für einen 20er Haken sehr klein.
9)Ein weiterer Vorteil ist seine Ergiebigkeit. Man glaubt fast dass die Spule nie leer wird.
Dieser Faden hat sehr viele Vorteile, die mittlerweile auch meine Bindefreunde zu schätzen wissen.

Die Nachteile:
Man muss am Anfang schon sehr aufpassen, daß man nicht an die Hakenspitze kommt; denn verzeiht der Faden nicht.
Auch muss man bei hochstehenden Flügeln aufpassen, dass sie nicht verrutschen, was durch die Spannung, den der Faden erzeugt; schnell passieren kann.
Etwas muß ich noch erwähnen
: Es gibt zwei verschiedene Sorten von Gummigarnen. Eine davon ist mit einem Textilüberzug versehen und deshalb zum Fliegenbinden nicht so gut zu gebrauchen.
Wählen Sie also den reinen nicht ummantelten Gummifaden und schon kann es losgehen.
Und noch einenTipp:
Beim umspulen auf Fliegenbindespulen sollten sie darauf achten, dass Sie nicht zu stramm wickeln (oder nehmen Sie Metallspulen). Mir ist es schon passiert, daß die Seitenwände der Spulen von dem enormen Druck des Gummigarns gesprengt wurden.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Suche nach diesem Wundergarn und rate Ihnen sich einen Vorrat anzulegen. Ich habe nämlich festgestellt, dass die Geschäfte (zumindest in meiner Region) mehr und mehr zu dem ummantelten Garn übergehen.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Binden mit dem Gummigarn.
Frei nach dem Motto (am Bindetisch) "nie ohne Gummi."

In diesem Sinne Ihr
Horst Puzicha



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